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eine frau fällt in ein loch.

eben noch war antonia auf dem weg vom bäcker zum linienbus, da tut sich unter ihr die straßendecke auf, und antonia fällt. doch statt auf dem boden des lochs aufzukommen, fällt sie immer tiefer und tiefer. sehr bald schon ist sie sich nicht mehr sicher, ob das geschehen real ist oder nur in ihrer einbildung existiert.

antonias unsicherheit überträgt sich auf die leserinnen und leser: das spiel mit der wortwörtlichen haltlosigkeit führt den roman in eine faszinierende zwischenwelt zwischen bewusstsein, erinnerungsfragmenten, komafantasien, sowie verweisen auf »alice im wunderland« und existenzialistische gedankenspiele.

»das fallen« ist ein radikales, erzählerisches experiment - angenehm verstörend, bisweilen düster-melancholisch und reicht zwischendurch immer wieder ins absurd-komische hinein.

spätestens als antonia während ihres fallens auf verschiedene andere menschen trifft, die ebenfalls in löcher gefallen sind, befinden wir uns mit ihr in einer paradoxen zwischenwelt, in der das fallen selbst den einzigen halt gibt.
lesungen
das fallen

roman
satyr verlag 2020
ca. 250 seiten
isbn 978-3-947106-42-4
22 euro
 fallen cover
veröffentlichungen